Author Archiv: Therese

Zierquitten – Gelee

Seit einigen Jahren haben wir Zierquitten (Chaenomeles) im Garten, zufällig, vom Nachbarn herüber gewindet. Darüber waren wir richtig froh.

Die Blüten sind im Frühling wunderschön rot, richtig knallig.

Im Herbst kommen die harten, prallen, gelben Früchte, die so süss duften, dass ich sie immer wieder an die Nase halte und tief einatme.

Die Ausbeute der Früchte war nicht sehr gross. Aber andere haben für mich gesammelt, so dass wir am Ende über 200 kleine Äpfelchen hatten.

Ich schnitt sie auf und entfernte die Kerne. Ob das nötig war, weiss ich nicht, aber ich wollte das saftige, kräftige Fruchtfleisch möglichst unbeeinträchtigt weiterverarbeiten.

 

 

In einem altmodischen Entsafter, der nur auf der Herdplatte stehen und kochen muss, wurden die Früchte entsaftet.

Der Saft zu Gelee gekocht, in Gläser gefüllt

 

 

 

 

und in der Speisekammer aufgestapelt.

Nun haben wir sicher genug für ein ganzes Jahr und können es auch als Mitbringsel verschenken, wenn wir eingeladen sind.

 

 

 

 

 

 

 

Gelegenheit genutzt

Auch unser Rasen ist in diesem Sommer verbrannt. Wobei Rasen zu viel gesagt ist. Wiese ist wohl das bessere Wort. Die Grashalme standen da in Begleitung von weissem Klee, Löwenzahn, Moos und, was wir im Frühling sehr schätzten, Wiesenschaumkraut.

Bisher mähten wir die Wiese erst, wenn das Wiesenschaumkraut abgeblüht war. Oft sahen wir die Aurorafalter, wenn sie kamen, um Nektar zu saugen. Die kleinen weissen Falter, von denen die Männchen orange Flügelspitzen haben, jedes Mal erregten sie unsere Aufmerksamkeit, wenn sie daherwogten.

Und nun ergriffen wir die Gelegenheit, holten den fast unbenutzten Vertikutierer hervor und reinigten unsere Grünfläche.

 

 

Wir rechten das ausgespuckte Moos und anderes Grün zusammen.

Die grüne Tonne konnten wir komplett füllen.

 

 

 

 

 

Nun war die ganze Fläche braun.

Wir streuten auf der ganzen Fläche Grassamen und hoffen nun, dass der Rasen ein Rasen mit Wiesenschaumkraut wird.

 

 

 

 

 

Sommerpause ist vorbei

Es ist immer noch heiss.

Wir waren trotzdem fleissig und haben unseren Mirabellenbaum geerntet. Im Frühling hat er wunderschön geblüht.

Wir haben gehofft und befürchtet,

dass es viele Früchte gibt.

 

 

 

 

zwei Tage lang haben wir geerntet.

 

 

 

 

 

 

 

 

61 Kilos waren es am Schluss.

 

 

 

 

 

 

Und weil wir von letztem und vorletztem Jahr noch Mirabellen im Tiefkühler haben, sind diese hier im Fass gelandet. Den Rest haben wir verschenkt.

 

Holzbiene

Unser neuer Stammkunde, die Holzbiene.

Wir fühlen uns geehrt

Dann haben sich all die Totholzhaufen, die wir im Garten angelegt haben, gelohnt.

Hinten beim Kompost legen wir jeweils einige Zweige ab. Die, welche unten liegen, bewegen wir nicht.

Den toten Apfelbaum haben wir stehen lassen. Rund herum haben wir ein Pfaffenhütchen, eine Kletterrose, Hasel und Geissblatt gepflanzt. Der tote Stamm hängt inzwischen ausgehöhlt in den Zweigen seiner Nachbarn.

Unter der Ligusterhecke liegt ein abgebrochener Nussbaumast.

Wer weiss, wo die Holzbiene nistet.

Und wer sonst noch wo nistet.

Unbekannte Raupe

Ganz begeistert entdeckten wir diese Raupe:

Und weil wir sie gleich neben den extra angepflanzten Brennnesseln fanden, googelten wir sogleich nach „Raupe Tagpfauenauge“. Das war es nicht, stellten wir enttäuscht fest.

Kleiner Fuchs? Auch nicht. Ja was denn dann?

 

Lange mussten wir nicht suchen, bis wir zum Schwammspinner gelangten. Uns gänzlich unbekannt. Ein unscheinbarer Nachtfalter, der zu den Eulenfaltern gehört.

Offenbar handelt es sich um einen Schädling, wenn er in grosser Anzahl auftaucht. Die Raupen fressen die Blätter von Obstbäumen, aber auch Eichen und Hainbuchen. Wir haben in unserem Garten einen Mirabellen-, Pflaumen- und Birnbaum, aber noch keinen Schaden gesehen. Aber wir werden aufmerksam sein.

Einfach so eine einzelne Raupe lassen wir am Leben. Wir haben sie näher angeschaut.

Hier der Kopf:

sieht freakig aus, aber nicht unsympathisch

 

 

 

 

 

Und der Körper mit den blauen und roten Punkten, wie eine Perlenkette, allerdings eine haarige.

 

 

 

 

 

 

 

Muskatellersalbei

Seit wir im botanischen Garten die majestätischen Muskatellersalbei gesehen haben, sind wir überzeugte Fans. Unbedingt wollten wir auch unseren Garten damit schmücken.

In der Gärtnerei am Hirtenweg kauften wir einen kleinen Setzling, der etwas klein blieb, was vermutlich an uns lag. Warum das so war, wissen wir aber bis heute nicht.

Wie enttäuscht waren wir, als er sich nicht aussamte. Das Jahr darauf blieb sein Platz leer.

Doch dann entdeckten wir im Kies unseres Sitzplatzes Blättchen, die wie Mini-Muskatellersalbei aussahen. Vorsichtig rieben wir daran und es roch auch so. Als wir umherschauten fanden wir immer mehr. Urs zog sie behutsam aus dem Kies und pflanzte sie in einen Topf. Und dort explodierten sie förmlich.

Handtellergrosse Blätter, stark strukturiert und haarig.

Und nun beginnen sie auch noch zu blühen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim genauen Hinschauen, entdeckst du die kleinen unscheinbaren Blüten, die von den kräftigen Deckblättern umschlossen sind.

Noch duften sie nicht, aber bald schon wird uns der betörende Duft fast betäuben. Dann wird der Topf einen Platz etwas weiter weg bekommen.

 

 

Schnecken und Sonnenblumen

Wir lieben Sonnenblumen. Jedes Jahr säen wir sie aus, das lassen wir uns nicht nehmen. Fertig gezogene Sonnenblumen kaufen wir nicht.

Letztes Jahr säten wir sie einfach in einen grossen Topf, die würden sowieso nicht kommen, dachten wir. Überraschenderweise schauten bald schon die Keimblätter heraus, sie wuchsen und entwickelten Blätter und wurden immer grösser. Wir liessen sie im Topf und freuten uns an den hohen Pflanzen.

In diesem Jahr versuchten wir es wieder. Nochmals in einem grossen Topf, das hatte ja geklappt. Aber in unserem Eifer hatten wir so viele Samen gekauft, dass nicht alle Platz hatten.

Also steckten wir noch einige in Aussaatschälchen. Diese jungen Sonnenblumen pflanzten wir später einfach in die Wiese.

In unserer Wiese wächst jedes Jahr etwas anderes. Letztes Jahr war es eine riesengrosse Distel, früher Margeriten, heuer sollten es Sonnenblumen sein.

 

 

Heute Nacht hat es geregnet, in Strömen. Ich wachte davon auf und dachte schon an die Schnecken, die sich jetzt an unsere Sonnenblumen heranmachen würden.

Und tatsächlich:

Die zartesten Blätter und Triebe abgefressen. Nach unserer ersten Wut und dem Ausstreuen mehrerer Handvoll Schneckenkörner, entfernten wir die Schnecken.

 

 

Faszinierend, wenn ich sie näher betrachte, wie geschmeidig sie sich

über den unebenen Boden bewegen. Und obwohl sie langsam kriechen, kommen sie vorwärts, weil sie dranbleiben. Sie gleiten aus ihren Verstecken, der Nase nach, geradewegs zu den Töpfen mit den begehrten Pflanzen, auf der Wiese, über Steine. Jedes Hindernis wird überwunden. Sie können senkrecht hinaufklettern, auf festem und auf losem Grund, auf schwankenden Ästchen. Eigentlich erstaunenswert.

 

Das könnten wir ihnen nachmachen.

Blätter essen wir schon;-)

 

 

 

 

 

 

Sumpf-Schwertlilie und Rüssler

Urs hat vor Jahren einen kleinen Teich im Garten angelegt, zu klein, wie sich mit der Zeit herausgestellt hat. Allein und von Hand hat er ihn ausgehoben, an einem Tag sogar im Schneegestöber.

 

 

Zuerst sah der Teich nackt und geschleckt aus. An einigen Orten sah man noch die schwarze Folie. Urs hat Steine ans Ufer gelegt und verbringt fast jede freie Minute am Wasser.

 

 

Wir haben einheimische Wasserpflanzen gepflanzt, z.B. die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus). Sie breitet sich von selber aus. Seit wenigen Wochen blüht sie. Und mit den Blüten kommt auch der Schwertlilienrüssler (Mononychus punctum album). Der Rüssler frisst die Sumpf-Schwertlilie. Seine Eier legt er in den Früchten ab. Der Saft der Pflanze verklebt den Eingang, so dass die Eier gut geschützt sind.

Als wir ihn vor Jahren entdeckten, brachen wir in Panik aus. Schon wieder ein Schädling! Wir haben schon mit dem Dickmaulrüssler zu kämpfen.

 

 

 

Urs hatte gerade ein neues Makro-Objektiv gekauft und probierte es am neuentdeckten Rüssler aus. Und siehe da, ein herziges Kerlchen erschien uns vor der Linse. Zu sympathisch, um es umzubringen.

Und seither schauen wir die Blüten genauer an, wenn sie aufgehen und freuen uns, wenn wieder ein gnomiger Schwertlilienrüssler zu sehen ist.

 

 

Löwenmäulchen und Weinraute

Im Mai ist unser Garten am schönsten. In diesem Monat gibt er aber auch am meisten zu tun.

Obwohl wir jedes Jahr Hunderte von Nelkenwurz ausreissen, möglichst bevor sie blühen oder zumindest bevor sie ihre Samen abwerfen, kommen sie immer wieder, treue Seelen;-)

Nelkenwurz ist eine Heilpflanze, die bei Blasenbeschwerden eingesetzt wird. Sie aromatisiert auch den Benediktinerlikör.

Wir werfen sie auf den Kompost oder in die grüne Tonne, je nachdem, wie weit die Samen schon sind. Beim Jäten wird die Haut der Unterarme gereizt. Sie juckt noch Stunden später.

 

 

 

Vor Jahren haben wir Weinraute gesetzt. Ursprünglich als farbliches Gegenstück zum Heiligenkraut. Dieses ist inzwischen eingegangen, die Weinraute ist noch da. Erst letzthin haben wir gelesen, dass die Raupe des Schwalbenschwanzes auch Weinraute frisst. Seither geniesst sie neben der Wilden Möhre einen besonderen Status.

 

 

 

 

 

Unsere Nachbarn haben uns vor einiger Zeit kleine Löwenmäulchen-Setzlinge geschenkt. Die hatten sie übrig und wir nahmen sie gerne entgegen, obwohl wir wohl nie selber auf die Idee gekommen wären, Löwenmäulchen zu pflanzen. Inzwischen haben sie sich ausgesät, unter die Aussentreppe, von wo sie geschützt und doch gegossen, wunderschön zwischen den Tritten hervorschauen.Unser Gartenzwerg hat seine Freude daran.