Monatlicher Archiv: Mai 2018

Schnecken und Sonnenblumen

Wir lieben Sonnenblumen. Jedes Jahr säen wir sie aus, das lassen wir uns nicht nehmen. Fertig gezogene Sonnenblumen kaufen wir nicht.

Letztes Jahr säten wir sie einfach in einen grossen Topf, die würden sowieso nicht kommen, dachten wir. Überraschenderweise schauten bald schon die Keimblätter heraus, sie wuchsen und entwickelten Blätter und wurden immer grösser. Wir liessen sie im Topf und freuten uns an den hohen Pflanzen.

In diesem Jahr versuchten wir es wieder. Nochmals in einem grossen Topf, das hatte ja geklappt. Aber in unserem Eifer hatten wir so viele Samen gekauft, dass nicht alle Platz hatten.

Also steckten wir noch einige in Aussaatschälchen. Diese jungen Sonnenblumen pflanzten wir später einfach in die Wiese.

In unserer Wiese wächst jedes Jahr etwas anderes. Letztes Jahr war es eine riesengrosse Distel, früher Margeriten, heuer sollten es Sonnenblumen sein.

 

 

Heute Nacht hat es geregnet, in Strömen. Ich wachte davon auf und dachte schon an die Schnecken, die sich jetzt an unsere Sonnenblumen heranmachen würden.

Und tatsächlich:

Die zartesten Blätter und Triebe abgefressen. Nach unserer ersten Wut und dem Ausstreuen mehrerer Handvoll Schneckenkörner, entfernten wir die Schnecken.

 

 

Faszinierend, wenn ich sie näher betrachte, wie geschmeidig sie sich

über den unebenen Boden bewegen. Und obwohl sie langsam kriechen, kommen sie vorwärts, weil sie dranbleiben. Sie gleiten aus ihren Verstecken, der Nase nach, geradewegs zu den Töpfen mit den begehrten Pflanzen, auf der Wiese, über Steine. Jedes Hindernis wird überwunden. Sie können senkrecht hinaufklettern, auf festem und auf losem Grund, auf schwankenden Ästchen. Eigentlich erstaunenswert.

 

Das könnten wir ihnen nachmachen.

Blätter essen wir schon;-)

 

 

 

 

 

 

Sumpf-Schwertlilie und Rüssler

Urs hat vor Jahren einen kleinen Teich im Garten angelegt, zu klein, wie sich mit der Zeit herausgestellt hat. Allein und von Hand hat er ihn ausgehoben, an einem Tag sogar im Schneegestöber.

 

 

Zuerst sah der Teich nackt und geschleckt aus. An einigen Orten sah man noch die schwarze Folie. Urs hat Steine ans Ufer gelegt und verbringt fast jede freie Minute am Wasser.

 

 

Wir haben einheimische Wasserpflanzen gepflanzt, z.B. die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus). Sie breitet sich von selber aus. Seit wenigen Wochen blüht sie. Und mit den Blüten kommt auch der Schwertlilienrüssler (Mononychus punctum album). Der Rüssler frisst die Sumpf-Schwertlilie. Seine Eier legt er in den Früchten ab. Der Saft der Pflanze verklebt den Eingang, so dass die Eier gut geschützt sind.

Als wir ihn vor Jahren entdeckten, brachen wir in Panik aus. Schon wieder ein Schädling! Wir haben schon mit dem Dickmaulrüssler zu kämpfen.

 

 

 

Urs hatte gerade ein neues Makro-Objektiv gekauft und probierte es am neuentdeckten Rüssler aus. Und siehe da, ein herziges Kerlchen erschien uns vor der Linse. Zu sympathisch, um es umzubringen.

Und seither schauen wir die Blüten genauer an, wenn sie aufgehen und freuen uns, wenn wieder ein gnomiger Schwertlilienrüssler zu sehen ist.

 

 

Löwenmäulchen und Weinraute

Im Mai ist unser Garten am schönsten. In diesem Monat gibt er aber auch am meisten zu tun.

Obwohl wir jedes Jahr Hunderte von Nelkenwurz ausreissen, möglichst bevor sie blühen oder zumindest bevor sie ihre Samen abwerfen, kommen sie immer wieder, treue Seelen;-)

Nelkenwurz ist eine Heilpflanze, die bei Blasenbeschwerden eingesetzt wird. Sie aromatisiert auch den Benediktinerlikör.

Wir werfen sie auf den Kompost oder in die grüne Tonne, je nachdem, wie weit die Samen schon sind. Beim Jäten wird die Haut der Unterarme gereizt. Sie juckt noch Stunden später.

 

 

 

Vor Jahren haben wir Weinraute gesetzt. Ursprünglich als farbliches Gegenstück zum Heiligenkraut. Dieses ist inzwischen eingegangen, die Weinraute ist noch da. Erst letzthin haben wir gelesen, dass die Raupe des Schwalbenschwanzes auch Weinraute frisst. Seither geniesst sie neben der Wilden Möhre einen besonderen Status.

 

 

 

 

 

Unsere Nachbarn haben uns vor einiger Zeit kleine Löwenmäulchen-Setzlinge geschenkt. Die hatten sie übrig und wir nahmen sie gerne entgegen, obwohl wir wohl nie selber auf die Idee gekommen wären, Löwenmäulchen zu pflanzen. Inzwischen haben sie sich ausgesät, unter die Aussentreppe, von wo sie geschützt und doch gegossen, wunderschön zwischen den Tritten hervorschauen.Unser Gartenzwerg hat seine Freude daran.